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Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/2019


 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  •  Historisches Seminar
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas  •  Prof. Dr. Jörn Leonhard
 


Alle Angaben ohne Gewähr! Änderungen nicht ausgeschlossen!

Vorlesungen

Titel

"Krieg und Frieden – 1908 bis 1923 (Teil 2)"

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Dienstag, 10-12 Uhr c.t.

Raum

HS 2004, KG II

Typ

Vorlesung

Veranstaltungsnummer

06LE11V-2018191

Kommentar

Der Erste Weltkrieg war ein industrialisierter Massenkrieg. Je länger er dauerte, desto mehr veränderte er die Gesellschaften, die ihn führten, und desto rasanter entwertete er das Wissen vieler Politiker, Diplomaten, Mili-tärs und Experten. Das machte die Beantwortung der Frage, wie man diesen Krieg beenden konnte, umso schwieriger und prägte die Phase ab 1917, als mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, der Oktoberrevo-lution der Bolschewiki und den Friedensprogrammen Wilsons und Lenins eine Binnenschwelle des Krieges erreicht war. Der zweite Teil der Vorle-sung blickt auf die Jahre 1917 bis 1923, also den schwierigen Weg vom Krieg zum Nachkrieg. Ob im Blick auf untergehende Reiche und neue Staaten, ethnische Minderheiten oder das neue Massenphänomen von Flucht und Vertreibung: Aus der Art und Weise, wie der Krieg zu Ende ging, entstand ein schwieriges Erbe. Im Mittelpunkt stehen vor diesem Hintergrund neben der Endphase des Krieges vor allem die Pariser Frie-denskonferenz 1919 sowie die aus ihr hervorgehenden Friedensverträge von Versailles, St. Germain, Trianon, Sèvres und Lausanne.

Literatur

Robert Gerwarth und Erez Manela (Hg.), Empires at War 1911-1923, Oxford 2014; Jörn Leonhard, Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs, 5. Aufl. München 2014; Ders., Der überforderte Frie-den. Versailles und die Welt 1918-1923, München 2018; Margaret MacMil-lan, Die Friedensmacher: Wie der Versailler Vertrag die Welt veränderte, Berlin 2015; Jay Winter (Hg.), The Cambridge History of the First World War, 3 Bde. Cambridge 2014.

 

Hauptseminare

Titel

Nachkriegsgesellschaften. Europa und die Vereinigten Staaten 1919-1928

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Mittwoch, 10-13 Uhr c.t.

Raum

ÜR 2, KG IV

Typ

Hauptseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-20181950

Kommentar

Was bedeuteten die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges und der neuen in Paris gefundenen Friedensordnung für die Gesellschaften Europas und der Vereinigten Staaten nach 1919? Unter welchen Bedingungen gelangen oder scheiterten politische Stabilisierung und soziale Integration im langen Nachkrieg? Das Seminar behandelt vergleichend konkrete Fallstudien zu folgenden Themen: politische Kulturen und Feindbilder; Parteienstaat und Demokratie; Aufstieg ideologischer Extremismen; Strukturen der Wohl-fahrtsstaatlichkeit; Umgang mit Minderheiten in den neuen Staaten Ostmit-teleuropas; Versuche der Neuordnung der internationalen Beziehungen; sowie im Ausblick die Herausforderung der Weltwirtschaftskrise im euro-päisch-transatlantischen Vergleich.

 

Zu erbringende Prüfungsleistung:

  • Abgabetermin der Hausarbeiten: 15. März 2019

 

Zu erbringende Studienleistung:

  • 4 Essays, Protokoll, Referat

Literatur

Boris Barth, Europa nach dem Großen Krieg. Die Krise der Demokratie in der Zwischenkriegszeit 1918-1938, Frankfurt/M. 2016; Steffen Kailitz (Hg.), Nach dem „Großen Krieg”. Vom Triumph zum Desaster der Demokratie 1918/19 bis 1939, Göttingen 2017; Hans Mommsen (Hg.), Der Erste Welt-krieg und die europäische Nachkriegsordnung. Sozialer Wandel und Formveränderung der Politik, Weimar 2000; Adam Tooze, The Deluge. The Great War and the Remaking of Global Order, London 2014.

 

Proseminare

Titel

Fake News! Klatsch, Gerüchte und Desinformation im neuzeitlichen Euro-pa (17.-19. Jh.)

Dozierende

Dr. Theo Jung

Uhrzeit

Montag, 16-19 Uhr c.t.

Raum

R 207 (Breisacher Tor)

Typ

Proseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-2018191

Kommentar

Das Schlagwort ‚Fake News‘ ist gerade in aller Munde. Immer wieder erle-ben wir, wie sich Falschmeldungen wie ein Lauffeuer verbreiten und dabei ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Im Kontext der modernen Medien-landschaft und der sozialen Netzwerke scheinen sich Fehlinformationen auf eine neue Weise dynamisiert zu haben. Doch ist das Phänomen der Desinformation selbst natürlich keineswegs neu. Somit lohnt sich der vergleichende Blick auf frühere historische Kontexte, in denen Menschen sich unter ganz anderen medialen, technischen, sozialen und politischen Bedingungen mit dem Problem ungesicherter Informationen auseinander-gesetzt haben.
Das Seminar fragt nach den wechselnden Formen und Funktionen von Klatsch, Falschinformationen und Gerüchten im Kontext der entstehenden modernen Informationsgesellschaft im europäischen Raum. Anhand von Fallstudien aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert kommen dabei wech-selnde Konstellationen in den Blick, in denen die Frage nach der Glaub-würdigkeit unterschiedlicher Informationsströme in verschiedener Weise brisant wurde. Wie kamen Falschinformationen in die Welt und welche Faktoren bedingten ihre Verbreitung? In welchen Situationen konnte unge-sichertes Hörensagen glaubhafter erscheinen als die offiziell beglaubigten Nachrichtenkanäle? Inwiefern erzeugte das ‚man sagt‘ konkreten Hand-lungsdruck und welche Rolle spielt es etwa in den Machtkämpfen des Hofes, in populärer Straßenpolitik, öffentlichen Skandalen und Revolutio-nen? Anhand solcher Fragen macht die Analyse der Falschmeldung einen Schritt über die bloße Feststellung ihrer Unrichtigkeit hinaus hin zu ihrer Deutung als historisches Schlüsselphänomen an der Schnittstelle von Wahrscheinlichkeit und Autorität.

Studienleistungen

Klausur, 2 Essays, 2 Essaykorrekturen, sowie kleinere mündliche und schriftliche Aufgaben

 

 

Titel

Das ‚Dritte Reich‘ unter Beobachtung. Blicke von unten und Blicke von außen auf das nationalsozialistische Deutschland

Dozierende

Dr. des. Claudia Gatzka

Uhrzeit

Dienstag, 13-16 Uhr c.t.

Raum

R 206 (Breisacher Tor)

Typ

Proseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-20181912

Kommentar

Die Diktaturen des 20. Jahrhunderts standen mit ihrem Anspruch, eine bessere Gesellschaftsordnung als liberale Demokratien zu schaffen, unter besonderer Beobachtung. Innerhalb wie außerhalb ihrer Staatsgrenzen interessierten sich die Zeitgenossen dafür, wie Diktaturen die Gesellschaft veränderten, wie sie ihre utopischen Verheißungen umzusetzen versuchten und inwiefern sie dabei hielten, was sie versprachen. Deutschland mit seiner modernen Volkswirtschaft, seinem gewachsenen politischen Mas-senmarkt und seinen demokratischen Traditionen galt dabei als emblema-tischer Fall. Ob der Diktatur die Zukunft gehören würde, schien sich in den Augen vieler Beobachter im Deutschland der 1930er und 1940er zu entscheiden.
Das Proseminar widmet sich einerseits den Blicken von unten, die aus dem Inneren NS-Deutschlands auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Diktatur blickten. Es fragt nach politischen und sozialen Selbstveror-tungen der Bevölkerung, ihrer Beobachtung und Einschätzung des gesell-schaftlichen Wandels wie auch der Funktion des sogenannten Führermy-thos im Hinblick auf Konsens und Kritik. Zum anderen interessiert sich das Seminar für Blicke von außen, insbesondere aus den liberalen De-mokratien des Westens, aber auch aus anderen Diktaturen. Dabei geht es den ambivalenten, zwischen Abgrenzung und Faszination oszillierenden Wahrnehmungen nach und fragt nach transnationalen Kontakten und Ver-flechtungen mit NS-Deutschland vor 1939.
Das Proseminar führt so in die Politikgeschichte des 20. Jahrhunderts ein und widmet sich dabei auch in theoretischer Absicht dem Beobachten von Politik und Gesellschaft als einer lokalen und transnationalen histori-schen Praxis. Entsprechendes Interesse an Theorielektüre sowie intensi-ver Quellenlektüre wird vorausgesetzt.

 

Zu erbringende Prüfungsleistung

  • Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 25.03.2019.
  • Mündliche Prüfungen: 4. Februar bis 11. April 2019 nach Absprache.

Literatur

Mark Mazower, Dark Continent, New York 2000, Kap. I + 6; Frank Bajohr/ Christoph Strupp (Hg.), Fremde Blicke auf das „Dritte Reich“. Berichte ausländischer Diplomaten über Herrschaft und Gesellschaft in Deutsch-land 1933-1945, Göttingen 2011; Janosch Steuwer, „Ein Drittes Reich, wie ich es auffasse“. Politik, Gesellschaft und privates Leben in Tagebüchern 1933–1939, Göttingen 2017.

 

 

Titel

Europa und der Nahe Osten. Imaginationen, Interventionen und transimpe-riale Verflechtung ca. 1830-1920er Jahre

Dozierende

Dr. des. Claudia Gatzka

Uhrzeit

Mittwoch, 12-15 Uhr c.t.

Raum

HS 1023 (KG I)

Typ

Proseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-2018192

Kommentar

Das Verhältnis Europas zum ‚Orient‘ gehört zu den grundlegenden Prob-lemen der (historischen) Kulturwissenschaften; der Einfluss europäischer Akteure auf (aktuelle) Gesellschaften, Politik und religiöse Konflikte des Nahen Ostens findet inzwischen auch starke Aufmerksamkeit in der Poli-tikwissenschaft. Das Proseminar fragt nach der Geschichte dieser Ein-flussnahme im 19. und frühen 20. Jahrhundert, einer Epoche imperialisti-scher Ansprüche der europäischen Mächte, aber auch intensivierter dip-lomatischer, wirtschaftlicher, kultureller und militärischer Verflechtung mit dem Osmanischen Reich. Anhand konkreter Ereignisse, Interventionen und Protagonisten verfolgt das Proseminar diese Verflechtung nach und fragt, welche Interessen, Imaginationen und Faszinationen Europäer mit dem Nahen Osten verbanden. Zudem untersuchen wir, wie Konzepte, Kategorien und Konflikte der europäischen Moderne (Nationalismus, Staatlichkeit, Kapitalismus, Klasse, Wissenschaftlichkeit, Religiosität, Antisemitismus u.a.) auf den Nahen Osten übertragen und dorthin transfe-riert, angeeignet und womöglich auch wieder nach Europa rückimportiert wurden. Überdies führt das Proseminar in aktuelle Forschungsansätze transimperialer und transkultureller Geschichtsschreibung ein, waren die Küsten des östlichen Mittelmeers doch Treffpunkt diverser europäischer und nicht-europäischer Akteure aus unterschiedlichen Imperien, Ethnien und Religionen, die ihre ‚Identitäten‘ und Loyalitäten häufig situativ mitei-nander aushandelten. Schließlich werden die Bedeutung und die Folgen des Ersten Weltkriegs, der Auflösung des Osmanischen Reiches und der Kolonialisierung durch das Völkerbundmandat erarbeitet.

Bereitschaft zu großflächig englischsprachiger Lektüre ist Teilnahmevo-raussetzung!

Zu erbringende Prüfungsleistung

  • Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 22.03.2019.
  • Mündliche Prüfungen: 4. Februar bis 11. April 2019 nach Absprache.

Literatur

Betty S. Anderson, A history of the modern Middle East. Rulers, rebels, and rogues, Stanford (CA) 2016; Heinz Kramer/ Maurus Reinkowski, Die Türkei und Europa. Eine wechselhafte Beziehungsgeschichte, Stuttgart 2008; Maurus Reinkowski, Das Osmanische Reich – ein antikoloniales Imperium?, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary His-tory, Online-Ausgabe, 3 (2006), H. 1, URL: http://www.zeithistorische-forschungen.de/1-2006/id=4652 [06.01.2016]; Rolf Steininger, Deutsch-land und der Nahe Osten. Von Kaiser Wilhelms Orientreise 1898 bis zur Gegenwart, Reinbek 2015; Zachary Lockman, Contending Visions of the Middle East: The History and Politics of Orientalism, 2. Aufl. Cambridge 2010.

 

 

Titel

Geschichtspolitik und Erinnerung seit 1945. Deutsche, europäische und globale Perspektiven

Dozierende

Dr. Friedemann Pestel

Uhrzeit

Dienstag, 12-15 Uhr c.t.

Raum

R 106 (Breisacher Tor)

Typ

Proseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-2018193

Kommentar

Der kontroverse Umgang mit Erfahrungen von Diktatur und Massengewalt bildet ein Schlüsselfeld politischer und gesellschaftlicher Auseinanderset-zung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und im beginnenden 21. Jahrhundert. Ausgehend von der Erinnerung an den Nationalsozialismus und Holocaust in der Bundesrepublik, der DDR und Österreich betrachtet das Seminar die Rolle staatlicher, politischer, medialer und gesellschaftli-cher Akteure in Erinnerungskonflikten im zeitlichen Wandel. In einem zwei-ten Schritt erweitern wir diese Perspektive europäisch und beschäftigen uns mit dem politisch-gesellschaftlichen Umgang mit Diktatur, Besatzung und Kolonialismus in West- und Südeuropa. Auch nehmen wir ge-schichtspolitische Initiativen der europäischen Institutionen in den Blick. Am Beispiel der globalen Holocaust-Erinnerung sowie Diktaturerfahrungen in Lateinamerika diskutieren wir schließlich globale Verflechtungen von Geschichtspolitik und Erinnerungsdebatten.
Indem das Seminar zudem verschiedene Konzepte und Prämissen der Erinnerungsforschung präsentiert und vergleicht, soll es ebenso dazu anregen, das Verhältnis von Geschichtspolitik und Geschichtswissen-schaft zu hinterfragen.
Teilnahmevoraussetzung sind gute Englischkenntnisse; weitere Fremd-sprachenkenntnisse, insbesondere Französisch und Spanisch, sind sehr willkommen. Als Studienleistungen sind zwei Essays, zwei Essaykorrektu-ren, eine Klausur und zwei Exposés zur Hausarbeit/mündlichen Prüfung zu erbringen.

 

Zu erbringende Prüfungsleistung

  • Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 22.03.2019.

Literatur

Katrin Hammerstein: Gemeinsame Vergangenheit – getrennte Erinnerung? Der Nationalsozialismus in Gedächtnisdiskursen und Identitätskonstrukti-onen von Bundesrepublik Deutschland, DDR und Österreich (Diktaturen und ihre Überwindung im 20. und 21. Jahrhundert 11), Göttingen 2017; Arnd Bauerkämper: Das umstrittene Gedächtnis. Die Erinnerung an Natio-nalsozialismus und Krieg in Europa seit 1945, Paderborn 2012; Étienne François/Kornelia Kończal/Robert Traba/Stefan Troebst (Hrsg.): Ge-schichtspolitik in Europa seit 1989. Deutschland, Frankreich und Polen im internationalen Vergleich (Moderne europäische Geschichte 3), Göttingen 2013; Daniel Levy/Natan Sznaider: Erinnerung im globalen Zeitalter. Der Holocaust (Edition Zweite Moderne), Frankfurt a.M. 2001; Aleida Ass-mann/Sebastian Conrad (Hrsg.): Memory in a Global Age. Discourses, Practices and Trajectories, Basingstoke, New York 2010; Eugenia Al-lier/Emilio A. Crenzel (Hrsg.): The Struggles for Memory in Latin America. Recent History and Political Violence (Memory Politics and Transitional Justice), New York, NY 2015.

 

Übungen

Titel

Historische Praxistheorie in Theorie und Praxis

Dozierende

Dr. Theo Jung

Uhrzeit

Dienstag, 10-12 Uhr c.t.

Raum

R 206 (Breisacher Tor)

Typ

Übung

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-2018191

Kommentar

Die Theoriedebatten der Geschichtswissenschaft des 20. Jahrhunderts waren in hohem Maße von der Konfrontation zwischen ereignis- und struk-turgeschichtlichen Ansätzen geprägt. Während diese ihren Gegnern eine analytische Unterkomplexität, die sich im bloßen Nacherzählen der Taten ‚großer‘ weißer Männer erschöpfe, vorwarfen, konterten jene, dass der einseitige Fokus auf Makrostrukturen und -prozesse die Geschichts-schreibung zu einer blutleeren Sozialwissenschaft verkommen lasse und die Handlungsspielräume des Einzelnen im Meer der Statistik ertrinke. In den letzten Jahrzehnten vor der Jahrhundertwende wurde sodann an ver-schiedenen Stellen der Wunsch laut, die festgefahrenen theoretischen Gegensätze zu überbrücken. Neben der Diskursanalyse hat sich in dieser Hinsicht vor allem die Historische Praxeologie oder Praxistheorie als fruchtbar erwiesen, deren zentrales Anliegen es war und ist, die gegensei-tige Bedingtheit von Strukturen und Handeln auf neue Art und Weise in den Blick zu nehmen. Indem unter diesem Gesichtspunkt weniger die ein-zelne Handlung als das sich wiederholende, oft auch unbewusst ablau-fende Handlungsmuster im Mittelpunkt steht, kann gezeigt werden, wie Strukturen sich erst durch wiederholtes Handeln konstituieren, dieses aber umgekehrt wiederum immer durch etablierte Strukturen vorgeprägt wird.
Inzwischen hat sich die Praxeologie einen festen Platz in der Theorieland-schaft der Geistes- und Sozialwissenschaften erkämpft. Dabei zeichnet sie sich dadurch aus, dass sie sich über die Theoriedebatten hinaus auch in der empirischen Forschung immer wieder bewährt. Vom Lesen zum Demonstrieren, von der Gewalt zur Sexualität, vom Studium zum Schlaf, fast jedes Thema lässt sich durch eine praxeologische Perspektive auf neue Weise historisch unter die Lupe nehmen. Aus diesem Grund setzt sich die Übung nicht nur mit programmatischen Texten auseinander, son-dern auch mit Studien, in denen verschiedene praxeologische Herange-hensweisen konkret zur Anwendung gekommen sind. Theoretisches Vor-wissen (welcher Art auch immer) ist von Vorteil, aber keine Vorausset-zung.

 

Kolloquium

Titel

Kolloquium zur Europäischen Geschichte

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Dienstag, 18-20 Uhr c.t.

Raum

Übungsraum 2, KG IV

Typ

Kolloquium

Veranstaltungsnummer

06LE11K-2015163

Kommentar

Im Kolloquium werden aktuelle Forschungsprojekte sowie laufende Abschlussarbeiten zum Themenbereich der europäischen und internationalen Geschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert vorgestellt und diskutiert. Alle interessierten Gäste und Studierenden sind herzlich willkommen.

 

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