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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2018


 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  •  Historisches Seminar
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas  •  Prof. Dr. Jörn Leonhard
 


Alle Angaben ohne Gewähr! Änderungen nicht ausgeschlossen!

Vorlesungen

Titel

"Krieg und Frieden – 1908 bis 1923 (Teil I)"

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Dienstag, 10-12 Uhr c.t.

Raum

HS 1010, KG I

Typ

Vorlesung

Veranstaltungsnummer

06LE11V-20181

Kommentar

Die Frage, wann die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs beginnt, verweist auf eine Phase verdichteter Konflikte, die vor den Schüssen von Sarajewo im Juni 1914 ihre Ursprünge hatten. Vor dem Hintergrund der durch das Gedenkjahr 2014 stimulierten Forschungsdebatten über den Weltkrieg, seine Ursachen, seine weltweite Dynamik und sein komplexes Ende, behandelt die Vorlesung in zwei Teilen die Phase zwischen der Bosnischen Annexionskrise 1908 und dem Friedensvertrag von Lausanne 1923. Dazwischen lag ein globales Ringen um Krieg und Frieden, das mit einer einzigartigen Verdichtung von Gewalt im Zeichen der Mobilisierung militärischer, politischer, wirtschaftlicher und sozialer, aber auch kultureller und intellektueller Ressourcen verbunden war. Diese Schlüsselphase des 20. Jahrhunderts behandelt die Vorlesung aus globalhistorischer Sicht und mit einem besonderen Fokus auf die Frage, wo zwischen 1908 und 1923 das Erbe des 19.Jahrhunderts in eine grundlegend neue und krisenhafte Erfahrung des 20. Jahrhunderts überging.

Literatur

Robert Gerwarth und Erez Manela (Hg.), Empires at War 1911-1923, Oxford 2014; Jörn Leonhard, Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs, 5. Aufl. München 2014; Adam Tooze, The Deluge. The Great War and the Remaking of Global Order, London 2014; Jay Winter (Hg.), The Cambridge History of the First World War, 3 Bde. Cambridge 2014.

 

Hauptseminare

Titel

"Der überforderte Frieden - Versailles und die Neuordnung der Welt"

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Mittwoch, 10-13 Uhr c.t.

Raum

ÜR 2, KG IV

Typ

Hauptseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-201850

Kommentar

Wie kamen Menschen, Gesellschaften und Staaten 1918 aus dem Krieg? Was für Vorstellungen verbanden sie mit dem Frieden und dem Versprechen einer neuen Ordnung? Und wie verändert sich unser Verständnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts, wenn wir jenseits nationalhistoriographischer Engführungen nach dem globalen Charakter des Nachkriegs, der Jahre zwischen 1918 und 1923, fragen? Der Erste Weltkrieg führte als totalisierter Krieg zu einer beispiellosen Dynamik von globalen Erwartungen, Hoffnungen und Projektionen, die sich auf den künftigen Frieden bezogen. Doch die vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson erhoffte Friedensordnung im Zeichen des nationalen Selbstbestimmungsrechts, der Demokratie und einer kollektiven Sicherheitsarchitektur erwies sich als brüchig. Weder wurde der Nationalstaat zum Akteur kollektiver Sicherheit, noch wurde die Internationale der Friedenswahrung eine Realität. Der Friedensvertrag von Versailles steht im Schnittpunkt dieser Probleme. Er wird in diesem Seminar nicht nur als Schlüsselereignis der deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts behandelt, sondern auch als Zentralereignis politischer Kommunikation und damit auch symbolischer Inszenierung für ganz unterschiedliche Akteure: für Politiker und Militärs genauso wie für Völkerrechtler, Geographen, Ethnologen und Ökonomen. Nicht zuletzt bildeten Journalisten eine besonders wichtige Akteursgruppe, denn die Pariser Friedensverhandlungen stellten das bis dahin größte Medienereignis des 20. Jahrhundert dar. Die vertiefte Auseinandersetzung mit Forschungskontroversen soll dazu beitragen, den historiographischen „Ort“ des Versailler Vertrags in der modernen Geschichtsschreibung besser zu verstehen und damit nach dem Verhältnis zwischen Krisendetermination und Offenheit des historischen Moments 1919 zu fragen.

 

Zu erbringende Prüfungsleistung:

  • Abgabetermin der Hausarbeiten: 15. September 2018.
  • Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 16.07.2018 und 05.10.2018.

 

Zu erbringende Studienleistung:

  • Impulsreferat, Essays, Protokoll.

Literatur

Manfred F Boemeke, Gerald D. Feldman und Elisabeth Glaser (Hg.), The Treaty of Versailles, A Reassessmentafter 75 years, Cambridge 1998; Gerd Krumeich (Hg.), Versailles 1919. Ziele – Wirkung – Wahrnehmung,Essen 2001; Michael Dockrill (Hg.), The Paris Peace Conference, 1919. Peace without victory?, Basingstoke2001; Jean-Jacques Becker, La traité de Versailles, Paris 2002; Jeff Hay (Hg.), The Treaty of Versailles, San Diego 2002; Margaret Macmillan, Paris 1919. Six Months that Changed the World, New York 2003; Eberhard, Der Frieden von Versailles, München 2005; David A. Andelman, A Shattered Peace. Versailles 1919 and the Price we pay today, Hoboken 2008; Conan Fischer und Timothy Baycroft (Hg.), After the Versailles Treaty. Enforcement, Compliance, Contested Identities, London 2008; Alan Sharp (Hg.), The Versailles Settlement. Peacemaking after the First World War, 1919-1923, 2. Aufl. New York 2008.

 

Proseminare

Titel

Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Italiens während des Risorgimento 1815-1870

Dozierende

PD Dr. Roman Köster

Uhrzeit

Mittwoch, 12-15 Uhr c.t.

Raum

HS 4429, KG IV

Typ

Proseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-201817

Kommentar

Italien war bis zu seiner, 1870 mit der Eroberung des Kirchenstaates abgeschlossenen, Einigung überJahrhunderte hinweg ein zwar kulturell und sprachlich verbundenes, politisch jedoch zersplittertes Territorium.Die als Risorgimento bezeichnete Erneuerungsbewegung strebte die staatliche Einigung an, zielte vorallem aber auch auf eine Modernisierung Italiens, wozu die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen notwendigerweise dazugehörte.
Ziel des Seminars ist es, die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen zu rekonstruieren, welche die politischen Ereignisse des Risorgimento „im Rücken“ hatten. Eine wichtige Rolle spielen dabei die unterschiedlichen Verhältnisse in der Landwirtschaft, die nicht nur die konkreten Lebensverhältnisse prägten,sondern auch der politischen Herrschaft ihre besondere Kontur gaben. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Entwicklungsunterschieden insbesondere zwischen den nördlichen und südlichen Regionen, die Italien bis heute charakterisieren. Auch die in den 1860er Jahren einsetzende Industrialisierung des Landes soll eingehend thematisiert werden.

 

Zu erbringende Prüfungsleistung:

  • Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 17.09.2018.
  • Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 16.07.2018 und 05.10.2018.

Literatur

Rudolf Lill, Geschichte Italiens in der Neuzeit, Darmstadt 1998; Gian Enrico Rusconi, Cavour und Bismarck. Der Weg zur deutschen und italienischen Einigung im Spannungsfeld von Liberalismus und Cäsarismus, München 2013; Silvana Patriarca, Lucy Riall, The Risorgimento revisited. Nationalism and Culture in Nineteenth-century Italy, London 2012.

 

 

Titel

Das Altertum als Faszinosum des 19. Jahrhunderts

Dozierende

Dr. des. Claudia Gatzka

Uhrzeit

Mittwoch, 10-13 Uhr (c.t.)

Raum

HS 1137, KG I

Typ

Proseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-201818

Kommentar

Nach der Neuentdeckung der klassischen Antike in der Renaissance kam es seit dem späten 18. Jahrhundert zu einer neuen Welle europäischer Altertumsbegeisterung, die eminent politische Konnotationen hatte. Im Spiegel des Altertums verständigten sich die europäischen Gesellschaften des 19. Jahrhunderts über ihre Wurzeln und über ihre Identität; der Rekurs auf die Antike unterfütterte Nationsbildungsprozesseund imprägnierte die Wissenskultur des Bürgertums. Europäische Philhellenisten stilisierten das klassische Griechenland in Literatur und Kunst zum Idealbild und beteiligten sich am griechischen Unabhängigkeitskrieg; die entstehende Geschichtswissenschaft befasste sich intensiv mit dem alten Rom und seinem mannigfaltigen Nachlass für das moderne Europa; Sagen und Mythen, Denkmäler und Museen verpflanzten die Antike in die Alltagskultur. Doch nicht nur das klassische Altertum faszinierte die Zeitgenossen, auch der alte Orient und die vermeintlich eigenen ethnischen Vorfahren, die Germanen und nordische Stämme, wurden im Laufe des Jahrhunderts Gegenstand intensiver Mythisierung sowie (populär-)wissenschaftlicher Auseinandersetzung. Im Zuge von Reisen zu den Ruinen antiker Kulturen verhandelten europäische Zeitgenossen zugleich auch immer ihre kulturellen Grenzen zum Osmanischen Reich und vergewisserten sich ihrer gemeinsamen kulturellen Grundlagen.


Am Gegenstand der Altertumsbegeisterung führt das Seminar in Nationalismus und Orientalismus, Identitätskonstruktionen und Erinnerungskulturen sowie in die Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts ein. Neben dem deutschsprachigen Raum stehen dabei Großbritannien und Frankreich im Fokus.

 

Zu erbringende Prüfungsleistung

  • Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 01.09.2018.
  • Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 16.07.2018 und 05.10.2018.

Literatur

Evangelos Konstantinou: Griechenlandbegeisterung und Philhellenismus, in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2012-10-22. URL: http://www.ieg-ego.eu/konstantinoue-2012-de.

 

Übungen

Titel

Mitten in der Welt? Eine transnationale Geschichte der Schweiz (18. bis 21. Jahrhundert)

Dozierende

Dr. Friedemann Pestel

Uhrzeit

Dienstag, 12-14 Uhr (c.t.)

Raum

Breisacher Tor/Raum 106

Typ

Übung

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-201829

Kommentar

Innerhalb Europas gilt die Schweiz häufig als Sonderfall. Auch im Selbstbild inszeniert sich die Eidgenossenschaft gern mithilfe scheinbarer Alleinstellungsmerkmale, Mythen und Stereotypen. Solche Identitätskonstrukte beziehen sich auf die naturräumlich-kulturgeografische Lage des Alpenstaats und seine außenpolitische Neutralität, ein partizipatives wie vom Konkordanzprinzip geprägtes Demokratieverständnis oder die Schweizer Wirtschaftskraft. Historisch untermauert wird dieser vermeintliche Sonderstatus durch einen wirkmächtigen nationalhistorischen Kanon vom Rütli-Schwur als Geburtsstunde der Schweizer Unabhängigkeit bis zum Vermarktungs-Konzept der Swissness am Ende des 20. Jahrhunderts.
Ansätze transnationaler Geschichtsschreibung haben den Topos des Sonderfalls in jüngerer Zeit nachhaltig infrage gestellt – auch in Reaktion auf eine weitgreifende politische und gesellschaftliche Verunsicherung über den historischen wie gegenwärtigen Ort der Schweiz. Eine wachsende Zahl an Studien stellt nunmehr heraus, dass die Eidgenossenschaft trotz – oder gerade wegen – ihrer föderalen Struktur und außenpolitischen Mindermächtigkeit bereits seit der Frühen Neuzeit auch ein global player war. Dazu zählen die Schweizer Beteiligung am atlantischen Sklavenhandel, die Ansiedlung global agierender ziviler Organisationen, die imperialen Biografien führender Rot-Kreuz-Akteure, die kolonialen Hintergründe von Naturschutzprojekten oder die Profilierung der Schweiz als globaler Finanzplatz im Gefolge der Weltkriege.
In der Übung werden wir ausgehend von den nationalen Meistererzählungen diese neuen Forschungsdynamiken mit Blick auf ihren Erkenntnisgewinn für einen multiperspektivischen und globalhistorischen Zugang zur Schweizergeschichte diskutieren. Dabei werden die TeilnehmerInnen entsprechend ihren Interessen in Kleingruppen eigene Schwerpunkte erarbeiten.
Als Ergänzung ist im Sommer 2018 eine mehrtägige Exkursion in die Schweiz geplant. Teilnahmevoraussetzung ist der vorherige Besuch der Übung.

Literatur

André Holenstein: Mitten in Europa. Verflechtung und Abgrenzung in der Schweizer Geschichte, Baden 2015; Thomas Maissen: Schweizer Heldengeschichten – und was dahintersteckt, Baden 2015; Patricia Purtschert (Hrsg.): Postkoloniale Schweiz. Formen und Folgen eines Kolonialismus ohne Kolonien (Postcolonial Studies10), Bielefeld 2014; Jakob Tanner: Geschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert (Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert), München 2015.

 

 

Titel

Der Spanische Bürgerkrieg 1936-1939

Dozierender

PD Dr. Roman Köster

Uhrzeit

Mittwoch, 8-10 Uhr c.t.

Raum

HS 4429, KG IV

Typ

Übung

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-201828

Kommentar

Der Spanische Bürgerkrieg gehört zu den weitreichendsten europäischen Konflikten vor dem Zweiten Weltkrieg. Es handelte sich um einen weltanschaulich in höchstem Maße polarisierenden Konflikt, indem faschistische und sozialistische Kriegsparteien aufeinandertrafen und neue Methoden der industriellen Kriegsführung angewandt wurden. Gleich in mehrfacher Hinsicht blieb der Konflikt nicht auf Spanien begrenzt. Zahlreiche europäische Staaten engagierten sich mehr oder weniger aktiv auf der Seite einer der Kriegsparteien. Mehr noch: Menschen aus ganz Europa nahmen freiwillig an den Kampfhandlungen teil. Insbesondere auf Seiten der Linken führte dieses Engagement zu einer umfangreichen Erinnerungsliteratur,welche die sozialistische Freiheitsrhetorik über Jahrzehnte prägte.
In der Übung soll anhand der gemeinsamen Lektüre ausgewählter Texte die Ursachen, der Verlauf und die Rezeption des Spanischen Bürgerkrieges nachvollzogen und diskutiert werden. Dabei geht es insbesondere darum, den Konflikt im Rahmen der europäischen Geschichte der 1930er Jahre und der ideologischen Spannungen dieser Zeit zu verorten.

Literatur

Anthony Beevor et al., Der Spanische Bürgerkrieg: 1936-1939, München 2016.; Carlos Collado-Seidel, Der Spanische Bürgerkrieg. Geschichte eines europäischen Konflikts, München 2016.

 

 

Titel

Mentorat für Studierende im Master Geschichte / Vergleichende Geschichte der Neuzeit

Dozierender

PD Dr. Sonja Levsen

Uhrzeit

Donnerstag, 14-16 Uhr c.t.

Raum

HS 1142, KG I

Typ

Übung

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-201831

Kommentar

Das Mentorat soll einen Raum für Metareflexionen über Geschichte und Geschichtsschreibung bieten, dievon eigenen Schreib- und Interpretationserfahrungen der Masterstudierenden ebenso ausgehen wie vonden Impulsen verschiedener HistorikerInnen, die sich Gedanken über das ‚Was‘, ‚Wie‘ und ‚Warum‘ des Geschichteschreibens gemacht haben. Im Mittelpunkt stehen programmatische/theoretische Texte, aber auch die Diskussion konkreter Beispiele, möglicherweise auch aus der Schreibpraxis der Studierenden. Die Bereitschaft zu intensiver Lektüre und aktiver Mitarbeit wird vorausgesetzt. Themenwünsche der TeilnehmerInnen werden gerne aufgegriffen.

Literatur

E.H. Carr: What is History? London 1961.

 

Kolloquium

Titel

Kolloquium zur Europäischen Geschichte

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Dienstag, 18-20 Uhr c.t.

Raum

Übungsraum 2, KG IV

Typ

Kolloquium

Veranstaltungsnummer

06LE11K-20181

Kommentar

Im Kolloquium werden aktuelle Forschungsprojekte sowie laufende Abschlussarbeiten zum Themenbereich der europäischen und internationalen Geschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert vorgestellt und diskutiert. Alle interessierten Gäste und Studierenden sind herzlich willkommen.

 

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