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Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/18


 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  •  Historisches Seminar
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas  •  Prof. Dr. Jörn Leonhard
 


Vorlesungen

Titel

Expansion, Konflikt, Kooperation: Geschichte des langen 19. Jahrhunderts (Teil 3: 1870-1914)

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Dienstag, 10-12 Uhr c.t. (Beginn am 24.10.2017)

Raum

HS 1010, KG I

Typ

Vorlesung

Veranstaltungsnummer

06LE11V-2017186

Kommentar

Die Phase seit den 1870er Jahren war viel mehr als eine bloße Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs. Sie war zunächst gekennzeichnet durch den Übergang von der äußeren Bildung neuer Nationalstaaten im Falle Deutschlands und Italiens zur inneren Nationsbildung, der Expansion europäischer Kolonialreiche und einer stärkeren Verflechtung vieler Weltregionen untereinander. Im letzten Drittel des 19. Jahrhundert standen neben der Ausdifferenzierung von politischkonstitutionellen Rahmenbedingungen die Balance von ökonomischer Dynamik und Krise und der beschleunigte soziale Wandel hin zu Industrie- und Wissensgesellschaften. Die Fragen, was Nationalstaaten, multiethnische Empires und Kolonialreiche zusammenhielt, und wie man innergesellschaftlichen Spannungen und internationalen Konflikten mit neuen Konzepten von Integration, Kooperation und Reform begegnen konnte, bildeten wichtige Leitmotive dieser Phase.

Literatur

Christopher Bayly, The Birth of the Modern World. Global Connections and Comparisons, 1780–1914, Oxford 2004; Eric Hobsbawm, The Age of Capital, 1848–1875, London 1975 [u.ö.]; Ders., The Age of Empire, 1875–1914, London 1987 [u.ö.]; Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, 5. Aufl. München 2010.

 Hauptseminare

Titel

"Sortir de la Grande Guerre" - Das Ende des Ersten Weltkriegs im internationalen Vergleich

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Mittwoch, 10-13 Uhr c.t. (Beginn am 25.10.2017)

Raum

HS 1023, KG I

Typ

Hauptseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-20171855

Kommentar

In den meisten Darstellungen wird das Ende des Ersten Weltkriegs auf den 11. November 1918 und den Waffenstillstand von Compiègne mit dem Deutschen Reich reduziert. Aber der 11. November beendete vor allem den Krieg im Westen Europas, während sich in an vielen anderen Orten die Gewalt fortsetzte. Gegenüber dieser Verkürzung, die bis heute fortwirkt, konzentriert sich das Seminar auf einen internationalen Vergleich der vielen verschiedenen Übergänge vom Krieg zum Nachkrieg: im Osten Europas, in der Habsburgermonarchie wie im Gebiet des Osmanischen Reiches, in Asien und Afrika. Das Seminar beleuchtet vor diesem Hintergrund verschiedene Probleme dieses Übergangs: die Verknüpfung von Niederlage und Revolution, die Auflösung der kontinentaleuropäischen Empires, die Kontroversen über die Waffenstillstände und den künftigen Frieden, die Demobilisierung der Millionenarmeen, die Konflikte bei der Rückkehr der Soldaten und der Übergang von der Kriegs- zur Friedenswirtschaft.

 

Zu erbringende Prüfungsleistung

Abgabetermin der Hausarbeiten: 15. März 2018.

 

Zu erbringende Studienleistung

Impulsreferat, Essays, Protokoll.

Literatur

Hugh Cecil und Peter Liddle (Hg.), At the Eleventh Hour: Reflections, Hopes and Anxieties at the Closing of the Great War, 1918, Barnsley 1998; Jörg Dupler und Gerhard Paul Groß (Hg.), Kriegsende 1918. Ereignis, Wirkung, Nachwirkung, München 1999; Robert Gerwarth, Die Besiegten. Das blutige Erbe des Ersten Weltkriegs, München 2017; Jörn Leonhard, Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs, 5. Aufl. München 2014; David Stevenson, With Our Backs to the Wall. Victory and Defeat in 1918, London 2011.

 

Proseminare

 

Titel

Britisches Empire und Weltwirtschaft 1850-1914

Dozierende

PD Dr. Roman Köster

Uhrzeit

Dienstag, 12-14 Uhr c.t.

Raum

HS 4429, KG IV

Typ

Proseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-20171821

Kommentar

Vor 1914 erlebte die Welt eine erste umfassende ökonomische Globalisierung, die u. a. durch die starke Zunahme des internationalen Warenverkehrs und der globalen Finanzverflechtungen gekennzeichnet war. Das britische Empire spielte dabei eine zentrale Rolle: Britische Firmen und Handelshäuser waren überall auf dem Globus aktiv, London war vor dem Ersten Weltkrieg das unbestrittene Finanzzentrum der Welt. Im Zuge dieser Entwicklung begann sich allerdings auch der britische Kapitalismus zu verändern: Während die Wachstumsraten der Industrieproduktion geringer wurden, stieg das relative Gewicht des Finanzsektors an. Damit verbunden war die Ausprägung eines „Gentlemanly Capitalism“, der sein Zentrum in London und nicht mehr in den Gewerberegionen im Nordwesten Englands hatte. Ziel des Seminars ist es, den Zusammenhang zwischen ökonomischer Globalisierung und der Expansion und Festigung des britischen Empires im Zeitraum zwischen 1850 und 1914 herauszuarbeiten. Dabei soll insbesondere das Augenmerk darauf gelegt werden, inwiefern die politische Machtstellung Großbritanniens als Garant stabiler weltwirtschaftlicher Beziehungen dienen konnte. Es soll aber auch thematisiert werden, dass die Grenze zwischen globaler Arbeitsteilung und kolonialer Ausbeutung oftmals überschritten wurde.

Literatur

John Gareth Darwin, Unfinished Empire. The Global Expansion of Britain, London 2012; Raymond E. Dumett, Gentlemanly Capitalism and British Imperialism. The new Debate on Empire, London1999.

 

 

 

Titel

Das Kaiserreich als globalisierte Gesellschaft. Deutschland und die Welt, 1871-1914

Dozierende

Claudia Gatzka

Uhrzeit

Dienstag, 14-17 Uhr

Raum

HS 1234, KG I

Typ

Proseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-20171815

Verpflichtende Anweisung

Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur intensiven Lektüre des (gedruckten) Seminarreaders sowie mindestens eines Buches im Semesterverlauf. Maßgeblich für die Zulassung ist die Präsenz in der ersten, spätestens aber in der zweiten Sitzung, unabhängig von der Anmeldung. Durch Mitsprache an der Themenauswahl des Seminars, die Übernahme einer Expertenrolle im Plenum und die Verfassung zweier seminarbegleitender Essays bereiten Seminar und Tutorat auf die eigene Forschungseistung in der Hausarbeit (12-15 Seiten) resp. auf die eigenständige Diskussion des Forschungsstandes in der mündlichen Prüfung (20 Min.) vor.

Kommentar

Die jüngere historische Forschung hat das deutsche Kaiserreich in den Kontext der ersten modernen Globalisierungswelle gestellt, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzte. Der Maßstab für das zeitgenössische Verständnis der eigenen Nation und ihrer Probleme war demnach die „Welt“, die aufgrund technologischer Entwicklungen im Transport- und Informationswesen immer näher rückte. Charakteristisch für die Selbstverortung des jungen deutschen Nationalstaats war, dass seine Geschicke nicht nur in der imperialen Konkurrenz um die politische, ökonomische und kulturelle „Weltgeltung“ entschieden wurden, sondern auch im Umgang mit den Spuren der Globalisierung auf dem eigenen Territorium: mit Migranten und Gütern, aber auch mit Wissensbeständen von Natur, Kultur und Geschichte, die aus dem globalen und kolonialen Rahmen erwuchsen. Die Erfahrung von Globalität beeinflusste die Ausbildung von Grenzregimen und Sozialstaatlichkeit, überformte die Deutungen von „Rasse“, „Zivilisation“ oder „Kultur“ und imprägnierte das Nachdenken über Ordnung und Unordnung der modernen Gesellschaft. Dabei befanden sich die Deutschen in ständiger Konkurrenz und Kooperation insbesondere mit dem britischen Empire, aber auch mit Frankreich. Das Proseminar nimmt Maßstab und Erfahrung von Globalität aus drei Perspektiven in den Blick: 1) „Deutschland und die Welt“ fragt nach zeitgenössischen Welt-Deutungen, nach den Ursachen und Konjunkturen des Welt-Horizonts der Zeitgenossen und nach dem Einfluss der imperialen Konkurrenz insbesondere mit Großbritannien. 2) „Deutschland in der Welt“ widmet sich der imperialen Expansion, kolonialen Praxis und (wirtschaftlichen) Präsenz des Kaiserreichs außerhalb seiner eigenen Grenzen, wobei neben staatlichen Agenten auch Missionare, Reisende und Migranten in den Blick kommen. 3) „Die Welt in Deutschland“ beleuchtet die Erfahrung von und Probleme mit Globalität im Kaiserreich selbst, vom Alltag einer Hafenstadt über den Umgang mit (Im-)Migranten bis hin zur Rückwirkung der kolonialen Welt auf Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik.

 

Abgabetermin der Hausarbeit: 31.03.2018, mündliche Prüfungen: Anfang April 2018 nach Absprache

Literatur

Literatur:

Sven Oliver Müller/Cornelius Torp (Hg.), Das Kaiserreich in der Kontroverse, Göttingen 2009, Abschnitt IV: Das Kaiserreich in der Welt; Sebastian Conrad, Transnational Germany, in: James Retallack (Hg.), Short Oxford History of Germany: Imperial Germany 1871-1918, Oxford 2008, 219-241; David Blackbourn, Das Kaiserreich transnational. Eine Skizze, in: Sebastian Conrad/Jürgen Osterhammel (Hg.), Das Kaiserreich transnational. Deutschland in der Welt 1871-1914, 302-324.

 

 

Titel

Mobilisierung, Kooperation und Reform: Antisklavereibewegungen in Westeuropa und den USA, 1780-1865

Dozierender

Dr. Friedemann Pestel

Uhrzeit

Dienstag, 12-15 Uhr

Raum

Raum 106, Breisacher Tor

Typ

Proseminar

Veranstaltungsnummer

06LE11S-20171816

Kommentar

Der Kampf gegen den transatlantischen Sklavenhandel und koloniale Sklaverei zählte zu den zentralen politisch-sozialen Reformfeldern im späten 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die zunächst maßgeblich von britischen Abolitionisten ausgehenden Initiativen fanden auch in den Gesellschaften anderer europäischer Kolonialmächte sowie den USA zunehmenden Widerhall und trugen zur Mobilisierung einer breiteren transnationalen Öffentlichkeit bei. Im „Zeitalter der Revolutionen“ setzten sich Abolitionsbewegungen nicht nur für die Abschaffung des Sklavenhandels und verbesserte Lebensbedingungen für afrikanisch-stämmige Sklavinnen und Sklaven im kolonialen Plantagensystem ein, sondern vertraten auch innenpolitische Reformagenden, die den Zugang zum Wahlrecht ebenso berührten wie Frauenrechte, Industriearbeit, Gefängnisreformen oder Antialkoholismus.
Ausgehend von den ökonomischen Grundlagen von Plantagenarbeit und Kolonialhandel nimmt das Proseminar die Programme, Kampagnen und vielfältigen Vernetzungen abolitionistischer Bewegungen in den Blick. Schwerpunkte bilden dabei Großbritannien, Frankreich und die USA mit Seitenblicken auf andere europäische Länder wie Dänemark und die deutschen Staaten sowie auf Haiti, den einzigen Staat der Welt, der seine Unabhängigkeit einer erfolgreichen Sklavenrevolte verdankte. Teilnahmevoraussetzung sind gute Englischkenntnisse; weitere Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere Französisch, sind sehr willkommen.
Das begleitende Tutorat versteht sich als Einführung in die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens am Beispiel des Seminarthemas.

 

Abgabetermin der Hausarbeit: 23. März 2018.

 

Zu erbringende Studienleistung
Als Studienleistungen sind ein Referat bzw. eine Sitzungsbetreuung, zwei Essays mit Peer Review, eine Klausur sowie ein Prüfungsexposé zu erbringen.

Literatur

Seymour Drescher: Abolition. A History of Slavery and Antislavery, Cambridge 2009; John R. Oldfield: Transatlantic Abolitionism in the Age of Revolution. An International History of Anti-Slavery, c. 1787–1820, Cambridge 2013; Nelly Schmidt: Abolitionnistes d’esclavage et réformateurs des colonies. 1820–1851. Analyse et documents, Paris 2000; Lawrence C. Jennings: French Anti-Slavery. The Movement for the Abolition of Slavery in France, 1802–1848, Cambridge 2006; Michael Zeuske (Hrsg.): Handbuch Geschichte der Sklaverei. Eine Globalgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Berlin 2013.

 

Übungen

Titel

Die "Politik" der Zeitgenossen. Ansätze, Methoden und Konzepte der Politikgeschichte seit 1945

Dozierende

Claudia Gatzka

Uhrzeit

Montag, 16:30-18 Uhr

Raum

HS 4450, KG IV

Typ

Übung

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-20171827

Kommentar

 

„Was ist Politik?“, fragte sich Hannah Arendt im August 1950 und brachte damit ein fundamentales Problem der Zeitgenossen auf den Punkt. Im Zeitalter der Weltkriege, totalitärer Diktaturen, atomer Bewaffnung und der beginnenden Blockkonfrontation schien „Politik“ entgrenzt und gefährlich, und Arendt sah sich deshalb veranlasst, einen neuen, positiv besetzten Politikbegriff zu entwerfen. Achtzehn Jahre später erklärte eine neue Generation das Private zum Politischen und weichte so die Grenzen des etablierten Politikverständnisses auf. Wenn Historiker nach 1945 Politikgeschichte betrieben, waren sie Teil dieses zeitgenössischen Diskurses darum, was, wer und wo „Politik“ war und sein sollte – und sind es bis heute. Die Übung setzt sich mit Ansätzen und Methoden der deutschen und westeuropäischen Politikgeschichtsschreibung auseinander und fragt dabei nach dem jeweils intendierten Konzept von „Politik“, seinen ideengeschichtlichen Wurzeln (Max Weber, Carl Schmitt u.a.) und den Gründen seines Wandels. Sie vollzieht so die Entwicklung von der klassischen zur sogenannten Neuen Politikgeschichte nach und führt dabei in die verschiedenen Perspektiven der Geschichtswissenschaft seit 1945 ein: Wie ist der Eintrag „Politik“ in den „Geschichtlichen Grundbegriffen“ zu lesen? Was verstehen Sozialhistoriker, Alltagshistoriker oder Globalhistoriker unter Politik? Was hat es mit einer Kulturgeschichte der Politik auf sich, und warum sprechen manche Historiker lieber vom „Politischen“ statt von der „Politik“? Lässt sich die Frage, warum Deutsche sich so gern als „unpolitisch“ beschreiben, mit den Methoden der Historischen Semantik erklären? Und was ist jeweils eigentlich Nicht-Politik? Die eigene analytische Sprache zu schärfen, ist neben dem Erwerb methodologischer und historiographiegeschichtlicher Kenntnisse das zentrale Ziel dieser Übung.

Zu erbringende Studienleistung:
Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zu intensiver Lektüre. Sie wird dokumentiert durch laufende Exzerpte oder die Verfassung eines Abschlussessays zur eingangs aufgeworfenen Frage Hannah Arendts, sowie durch eine Buchanalyse im Lichte der Fragestellung der Übung.

Literatur

Willibald Steinmetz, Neue Wege einer historischen Semantik des Politischen, in: ders. (Hg.), „Politik“. Situationen eines Wortgebrauchs im Europa der Neuzeit, Frankfurt/New York 2007, 9-40; Thomas Mergel, Kulturgeschichte der Politik, Version: 2.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 22.10.2012, URL: http://docupedia.de/zg/Kulturgeschichte_der_Politik_Version_2.0_Thomas_Mergel?oldid=106322 [Zu-griff am 21.6.2015].

 

 

 

Titel

Mentorat für Studierende im Master Geschichte/ Vergleichende Geschichte der Neuzeit

Dozierender

PD Dr. Sonja Levsen

Uhrzeit

Donnerstag, 12:30-14 Uhr c.t. Beginn am 26.10.2017!

Raum

HS 4429, KG IV

Typ

Übung

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-20171821

Kommentar

Das Mentorat soll einen Raum für Metareflexionen über Geschichte und Geschichtsschreibung bieten, die von eigenen Schreib- und Interpretationserfahrungen der Masterstudierenden ebenso ausgehen wie von den Impulsen verschiedener HistorikerInnen, die sich Gedanken über das ‚Was‘, ‚Wie‘ und ‚Warum‘ des Geschichteschreibens gemacht haben. Im Mittelpunkt stehen programmatische/theoretische Texte, aber auch die Diskussion konkreter Beispiele, möglicherweise auch aus der Schreibpraxis der Studierenden. Die Bereitschaft zu intensiver Lektüre und aktiver Mitarbeit wird vorausgesetzt. Themenwünsche der TeilnehmerInnen werden gerne aufgegriffen.

Literatur

E.H. Carr: What is History?, London 1961.

 

 

 

Titel

Europäische Visionen? Die deutsch-französischen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit

Dozierender

PD Dr. Roman Köster

Uhrzeit

Dienstag, 08-10 Uhr c.t.

Raum

HS 4429, KG IV

Typ

Übung

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-20171828

Kommentar

Die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Frankreich in der Zwischenkriegszeit wird seitlangem in der Forschung intensiv diskutiert. Nach üblicher Lesart folgte auf eine Zeit intensiver Konfrontation, mit der Ruhrgebietsbesetzung 1923 als Höhepunkt, eine Zeit verbesserter Beziehungen, die u.a. zum Vertrag von Rapallo führte. Mit dem Tod Stresemanns und dem Aufziehen der Weltwirtschaftskrise hätten sich die Beziehungen wieder verschlechtert, bevor mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten die Bemühungen um Verständigung endgültig der Konfrontation Platz machten. Diese Einschätzung ist in den letzten Jahren wiederholt in Frage gestellt worden: Einerseits im Hinblick auf eine „Internationalisierung“ der europäischen Gesellschaften während der 1920er Jahre, die sich beispielsweisein zahlreichen Kulturkontakten „unterhalb“ der außenpolitischen Ebene äußerten. Andererseits werden aber auch die politischen Beziehungen während der Weltwirtschaftskrise mittlerweile positiver eingeschätzt, als es die Forschung lange Zeit getan hat. In der Übung sollen politische, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte des deutsch-französischen Verhältnisses in der Zwischenkriegszeit genauer beleuchtet werden. Auf diese Weise soll ein differenziertes Verständnis der Beziehungen der zeitgenössischen Kriegsgegner und „Erbfeinde“ erarbeitet werden, das sich schablonenhaften Einteilungen entzieht.

Literatur

Conan Fisher, European Visions. Franco-German Relations during the Great Depression 1929-1932, Oxford 2017; Peter Krüger, Die Außenpolitik der Republik von Weimar, Darmstadt 1985.

 

Kolloquium 

Titel

Kolloquium zur Europäischen Geschichte

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Dienstag, 18-20 Uhr c.t.  (Beginn am 24.10.2017)

Raum

Übungsraum 2, KG IV

Typ

Kolloquium

Veranstaltungsnummer

06LE11K-2015163

Kommentar

Im Kolloquium werden aktuelle Forschungsprojekte sowie laufende Abschlussarbeiten zum Themenbereich der europäischen und internationalen Geschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert vorgestellt und diskutiert. Alle interessierten Gäste und Studierenden sind herzlich willkommen.

Literatur

 

 

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