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Tagung ‚Nicht/Handeln: Sozio-politische Praktiken der Partizipationsunterlassung in der europäischen Moderne‘ am 29. und 30. Sept.

Am 29. und 30. September findet im Liefmann-Haus (Goethestr. 33/35) die von Dr. Theo Jung organisierte öffentliche Tagung

Nicht/Handeln: Sozio-politische Praktiken der Partizipationsunterlassung in der europäischen Moderne

statt.

 

Wir sind es gewohnt, soziale und politische Konstellationen als Abfolgen von Aktionen und Reaktionen zu beschreiben. Doch nicht selten ist es gerade das Fehlen von Handeln, das gesellschaftliche Konflikte und Wandel hervorruft. Hier zeigt sich: die Abwesenheit von Handeln ist nicht einfach nichts, sondern muss unter bestimmten Umständen selbst als eine eigenständige Form der sozialen und politischen Praxis aufgefasst werden.

Auf der Basis von Fallstudien aus dem 19. und 20. Jahrhundert untersucht die Tagung die besondere Eigenlogik und historische Bedeutung von Unterlassungspraktiken. Stellt das Nicht/Handeln einerseits eine besondere Herausforderung für eine Theorie historischer Praktiken dar, verspricht seine Thematisierung andererseits auch einen neuen Blick auf die spezifische Natur moderner Gesellschaften. Denn gerade in den kontroversen Auseinandersetzungen mit Unterlassungen treten die Konturen der neuen Partizipationschancen, -erwartungen und -zwänge hervor, die in diesem Zeitraum auf vielen Gebieten etabliert wurden.

 

Programm

 
Freitag, 29.09.2017 
9:30-10:00 Ankunft und Begrüßung
10:00-10:30 Theo Jung (Freiburg): Einführung
10:30-12:30 Sektion 1: Konflikte ohne Widerspruch – Politisches Handeln durch Auslassung und Unterlassung
  Hedwig Richter (Hamburg): Das Desinteresse an politischen Wahlen im 19. Jahrhundert
Benjamin Möckel (Köln): Conspicuous non-consumption. Konsumboykotts als politische Proteststrategie im 20. Jahrhundert
Christian Halbrock (Berlin): Beharren und Verweigerung als Formen des politisch abweichenden Verhaltens in der DDR
Michael Freeden (Oxford): Kommentar
12:45-14:00 Mittagspause
14:15-16:15 Sektion 2: Einstieg und Ausstieg – Teilhabe und die Konturen der modernen Gesellschaft
  Tobias Weidner (Göttingen): Aussteiger. Überlegungen zu einer Figur des 20. Jahrhunderts
Yvonne Robel (Hamburg): Aufrufe und Anleitungen zum Nichtstun seit den 1950er Jahren
Jörg Neuheiser (Tübingen): Ausstieg vom Ausstieg. Die westdeutsche ‚Jobber-Bewegung‘ der 1980er Jahre als doppelte Verweigerung gegen bürgerliches Arbeitsethos und alternative Lebens- und Arbeitsideale – FÄLLT AUS
Thomas Welskopp (Bielefeld): Kommentar
16:15-16:45 Pause
16:45-18:45 Paneldiskussion: Grenzen der Leistungsgesellschaft? Aktuelle Perspektiven
  Anselm Lenz (Haus Bartleby: Zentrum für Karriereverweigerung, Berlin)
Jochen Gimmel (SFB 1015 Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken, Freiburg)
   
Samstag, 30.09.2017 
9:30-11.15 Sektion 3: „…that no matter how one may try, one cannot not communicate.” Kommunikation und ihr Gegenteil
  Theo Jung (Freiburg): Ausbleibender Applaus. Akklamationsverweigerung als Form öffentlichen Protests in Frankreich (1780-1848)
Torsten Riotte (Frankfurt a. M.): „Mon affliction filiale“. Dynastie und Völkerrecht im 19. Jahrhundert
Armin Owzar (Paris): „The End of Conversation“? Debatten über das Schweigen in politischer Face-to-Face-Kommunikation in Deutschland und den USA (1960-2010)
Kerstin Brückweh (Potsdam): Kommentar
11:30-12:30 Schlussdiskussion und Verabschiedung

 

Mit freundlicher Unterstützung von

  • Gerda Henkel Stiftung
  • Frankreich-Zentrum der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • SFB 1015 Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken
  • Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte West-europas, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

 

Alle sind herzlich willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für weitere Informationen: theo.jung@geschichte.uni-freiburg.de.

 

Laden Sie hier den Flyer herunter.

 

nichthandeln poster

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