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Willkommen auf der Seite des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas

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Quelle:« Honoré Daumier, L'Équilibre européen, Planche n° 231 de la série Actualités, Publiée dans Le Charivari, le 1er décembre 1866 »

 

Forschung und Lehre am Lehrstuhl widmen sich Westeuropa zwischen dem späten 18. und dem 20. Jahrhundert. Jenseits einer Geschichte, die in legitimierender Absicht nach dem Europäischen an Europa sucht, konzentrieren sich die Forschungen am Lehrstuhl auf Vielfalt und Ungleichzeitigkeit als Kennzeichen europäischer Entwicklungsprozesse in historischer Perspektive. Forschungsprojekte wie Lehrveranstaltungen thematisieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede europäischer Erfahrungsräume, Wechselwirkungen und Austauschprozesse.

Ein methodischer Schwerpunkt liegt auf vergleichenden Herangehensweisen: Bekanntes und Selbstverständliches zu verfremden, gängige Hypothesen zu widerlegen, nationale historiographische Traditionen zu hinterfragen und neue Fragestellungen hervorzubringen – diese Stärken des Vergleichs machen seine Faszination aus. Das ‚Romanische’ Westeuropa bildet einen geographischen Kern der Forschungen am Lehrstuhl; sie enden aber nicht an seinen Grenzen. Methodisch verbindet viele Projekte neben dem Vergleich ein Interesse an kultur- und erfahrungsgeschichtlichen Perspektiven. Jenseits dieses methodischen Kerns bietet der Lehrstuhl jedoch auch Raum für eine Reihe von nationalen Einzelstudien und setzt auf Offenheit gegenüber einem breiten Spektrum von historischen Frageweisen und Forschungsansätzen.

 

 

 

 

Neuerscheinungen:

 

 

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Jörn Leohard, Willibald Steinmetz (HG.) - Semantiken von Arbeit: Diachrone und vergleichende Perspektive ist im Verlag Böhlau erschienen.

Der Wandel in den Semantiken von Arbeit, ob lang- oder kurzfristig, ist kein Oberflächenphänomen. Wer arbeitete, was Arbeiten bedeutete und wie zu arbeiten sei, war immer umstritten. Die Beiträge im vorliegenden Band erkunden die Semantiken von Arbeit und Nicht-Arbeit teils in diachronen oder synchronen Überblicken, teils in detaillierten Studien zu konkreten Situationen des Wortgebrauchs – zum Beispiel im frühmittelalterlichen Mönchskloster oder in der Betriebsversammlung im Automobilwerk. Der Schwerpunkt liegt auf der europäisch-amerikanischen Moderne vom klassischen Industriezeitalter bis in die neuen Arbeitswelten der Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft. Mehrere Beiträge thematisieren darüber hinaus kontrastierend Arbeitsbegriffe in nicht-westlichen Gesellschaften und erlauben so eine vergleichende und transfergeschichtliche Perspektive.

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Das Journal of Modern European History Vol.14|2016/4 ist im Verlag C.H. Beck erschienen.

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Wo liegt die Bundesrepublik? Vergleichende Perspektiven auf die westdeutsche Geschichte, Vandenhoeck & Ruprecht, Februar 2016.

Das Buch zielt darauf, die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland neu zu vermessen. Nach wie vor dominiert in der Zeitgeschichte eine historische Betrachtungsweise, für die die Grenzen des Staates wie selbstverständlich die Grenzen des Erkenntnisinteresses markieren. In den letzten Jahren jedoch haben mehr und mehr Forschungsprojekte zur Geschichte der Bundesrepublik ihren Gegenstand in einen international vergleichenden Kontext gestellt und transnationalen Aspekten besondere Beachtung geschenkt. Eine Bilanz, wie sich diese neue Herangehensweise auf das Bild der westdeutschen Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg auswirkt, steht noch aus und soll mit dem Sammelband erreicht werden.
Dem Vergleich, so macht die Lektüre des Buches deutlich, wohnt auch für die Zeitgeschichte ein hohes Potenzial zur Revision etablierter Narrative inne. So zeigen die Beiträge etwa die Grenzen des Erklärungsmusters einer zunehmenden Annäherung der europäischen Gesellschaften (»Konvergenz«) und setzen an seine Stelle das Bild sich intensivierender Verflechtungen. Im Zuge dessen kommen sie zu einer Neubewertung der lange unterschätzten Handlungsspielräume von Akteuren auf nationaler, lokaler und individueller Ebene. Gleichzeitig entsteht thematisch ein repräsentatives Panorama der bundesdeutschen Geschichte von 1949 bis zur jüngsten Gegenwart, das vom Linksterrorismus der 1970er Jahre über den »Wertewandelsschub« zwischen 1960 und 1980 bis zur Geschichte des Alters und der in den letzten Jahrzehnten wieder zunehmenden sozialen Ungleichheit reicht.

kosmopoliten

Kosmopoliten wider Willen. Die monarchiens als Revolutionsemigranten (Pariser Historische Studien 104), Berlin/Boston 2015. 

Die französische Emigration nach 1789 war das erste große politische Emigrationsphänomen europäischer Dimension. Über die verschiedenen Revolutionsphasen hinweg erschlossen sich Revolutionsgegner das Exil als politische Alternative zur radikalisierten Revolution in Frankreich. Am Beispiel der monarchiens, einer Gruppe konstitutioneller Monarchisten, untersucht Friedemann Pestel in europäischer Perspektive, wie in den 1790er Jahren Emigranten aus der Defensive heraus Politik machten.Die Arbeit analysiertdie Exilerfahrungen und politischen Kooperationen der monarchiens in Großbritannien, der Schweiz, Deutschland und den karibischen Kolonien. Sie zeigt, wie sie politische Programme für die Aufnahmegesellschaften anschlussfähig machten, wie ihnen europaweite politische und publizistische Netzwerke Profilierungsmöglichkeiten boten und schließlich die Rückkehr ermöglichten. Durch eine transnationale Sicht auf die französische Emigration in Langzeitperspektive korrigiert dieses Buch das vorherrschende Bild von Emigranten als historische Verlierer. Politisches Exil war vielmehr integraler Bestandteil europäischer Revolutionserfahrung.
liberalismus

Liberalismus im 20. Jahrhundert, hg. von Jörn Leonhard und Anselm Doering-Manteuffel, Steiner- Verlag: Wiesbaden 2015.

Im 20. Jahrhundert, dem Zeitalter ideologischer Extreme, stand der Liberalismus mehrfach vor der Herausforderung, seine Grundprinzipien an veränderte politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen anzupassen. Der Kampf um die Geltung liberaler Prinzipien bewegte sich vielfach in einer paradox anmutenden Parallelität zum Bedeutungs- und Funktionsverlust des organisierten Liberalismus in Parteien und Parlamenten. Doch wie reagierten die Liberalen in den Gesellschaften Europas und Nordamerikas auf die ideologischen, ökonomischen und sozialen Krisenmomente des Jahrhunderts? Die verschiedenen nationalen Variationen verbieten es, ungeprüft von "dem Liberalismus" zu sprechen. Vielmehr gilt es, die länderübergreifenden Gemeinsamkeiten liberaler Konzepte und Bewegungen herauszuarbeiten, bevor die Eigenheiten des liberalen Weltbilds beschrieben werden können. Die Beiträge internationaler Forscher in diesem Band diskutieren das Problem aus der einzelstaatlichen und transnationalen Perspektive. Sie bestimmen den historischen Ort des Liberalismus im wechselvollen 20. Jahrhundert genauer, indem Kongruenzen und Divergenzen einer prägenden Leitidee der Moderne aufgedeckt werden.

vergleich und verflechtung

Vergleich und Verflechtung. Deutschland und Frankreich im 20. Jahrhundert, hg. von Jörn Leonhard (Studien des Frankreich-Zentrums der Universität Freiburg, Bd. 22), Erich Schmidt Verlag: Berlin 2015.

Der vorliegende Band nimmt den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages zum Anlass, die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland im 20. Jahrhundert aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen. Am Beginn des 21. Jahrhunderts, nach dem Ende des Kalten Krieges und angesichts der immer drängenderen Probleme der europäischen Integration, ist zu fragen, welchen besonderen Stellenwert die deutsch-französischen Beziehungen in einer im Vergleich zu 1963 tiefgreifend veränderten Umwelt in Europa und der Welt noch beanspruchen können. Methodisch geht es um die Verknüpfung vergleichender Fragestellungen, die sich auf Konvergenzen und Divergenzen zwischen den Staaten, politischen Systemen und Gesellschaften konzentrieren, mit der Perspektive einer Transfer- und Verflechtungsgeschichte, die stärker nach den Beziehungen, Wahrnehmungen und Interrelationen fragt. Neben den historischen Ausgangsbedingungen und Erfahrungen Frankreichs und Deutschlands im 20. Jahrhundert werden auch Inszenierung und Kommunikation des deutsch-französischen Verhältnisses im Kontext des Élysée-Vertrages 1963 sowie wichtige Themen in den Beziehungen bis in die Gegenwart behandelt. 

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Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs, 5. aktualisierte Ausgabe Verlag C. H.Beck: München 2014.

Diese Gesamtgeschichte des Ersten Weltkriegs ist konkurrenzlos. Noch nie wurde die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts so vielschichtig erzählt: europäisch vergleichend, global in der Perspektive, souverän in der Darstellung.
Jörn Leonhards grandiose Synthese entfaltet ein beeindruckendes Panorama. Sie zeigt, wie die Welt in den Krieg hineinging und wie sie aus ihm als eine völlig andere wieder herauskam. Sie nimmt nicht nur die Staaten und Nationen in den Blick, sondern auch die Imperien in Europa und weit darüber hinaus. Sie beschreibt die dynamische Veränderung der Handlungsspielräume, die rasanten militärischen Entwicklungen und die immer rascheren Wandlungen der Kriegsgesellschaften. Und sie lässt die Erfahrungen ganz unterschiedlicher Zeitgenossen wieder lebendig werden: von Militärs, Politikern und Schriftstellern, Männern und Frauen, Soldaten und Arbeitern. Doch die Gewalterfahrungen des Weltkrieges endeten nicht mit den Friedensverträgen nach 1918, sondern setzten sich in Europa und der ganzen Welt im Namen neuer Ordnungsvorstellungen und radikaler Ideologien fort – so als wäre damals die Büchse der Pandora geöffnet worden, jenes Schreckensgefäß der antiken Mythologie, aus dem alle Übel der Welt entwichen, als man gegen den Rat der Götter seinen Deckel hob. 

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Republik im Experiment. Symbolische Politik im revolutionären Frankreich (1792-1799), Köln/Weimar/Wien 2014.

»Von der Wiege bis zur Bahre« sollte die Republik ihre Bürger begleiten: über eine neue Zeitrechnung, über Eide und Autoritätszeichen, Feste und Zeremonien. Es waren die Diskurse und Praktiken der offiziellen Symbolpolitik, die die abstrakte Staatsform im Leben der Franzosen anschaulich und erfahrbar werden ließen. Doch auch oppositionelle Gruppierungen entwickelten Strategien symbolischer Politik und beeinflussten so das republikanische Projekt. Erstmals werden hier die unterschiedlichen Akteure und Praxisfelder in der Zusammenschau betrachtet und auf ihre gesellschaftliche Funktion und Wirkung hin befragt. Symbolpolitik wird als Spiegel politischer Ordnungsvorstellungen, aber auch als Streitobjekt und Waffe im Machtkampf der neuen politischen Kultur beschrieben und interpretiert.

 

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