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Forschung

1. Verbundprojekte

 

2. Forschungsprojekte nach Personen

 

3. Abgeschlossene Dissertationen und Forschungsprojekte


 

Prof. Dr. Jörn Leonhard


  Forschungsinteressen

  • Räume und Zeiten: Vergleichende Geschichte Europas und der Vereinigten Staaten seit dem 18. Jahrhundert
  • Methoden: Komparative Geschichtswissenschaft, Transferanalyse, Verflechtungsgeschichte
  • Ansätze: Historische Semantik, Diskurs-, Erfahrungs- und Argumentationsgeschichte
  • Themenkomplexe:
    Liberalismus
    Nationalismus
    Krieg und Frieden, Gewalt und Politik
    Empires und Nationalstaaten
     

 Laufende Forschungsprojekte und  Publikationen u.a. 

  • "Empires – Chancen und Krisen multiethnischer Großreiche im 19. und frühen 20. Jahrhundert"

    Die multiethnischen Großreiche Europas wurden lange Zeit vor allem im Zeichen ihres scheinbar unvermeidlichen Niedergangs gedeutet. Der einseitige Blick auf den Untergang der kontinentaleuropäischen Großreiche im Ersten Weltkrieg verstärkte dabei die Vorstellung, daß sich in den industriellen Gesellschaften des langen 19. Jahrhunderts überkommene religiöse, ethnische, dynastische oder regionale Bindungen aufgelöst hätten und durch das übergeordnete Paradigma der Nation ersetzt worden seien. Doch die politischen und kulturellen Umbrüche seit dem Ende des Kalten Krieges lassen eine solche Verengung auf die Strukturbedingungen des Nationalstaates nicht mehr zu: Neben das dominierende Thema der Nationalstaatsbildung tritt die Frage nach den historischen Alternativen und damit auch nach dem Typus des multiethnischen Großreichs. Gegenüber einer bloßen Zerfallsgeschichte der Empires, die vom Ergebnis des 20. Jahrhunderts her argumentiert, verfolgt das Projekt andere Fragen: Welche Mechanismen und Kriterien (Integration, Exklusion, Effizienz) bestimmten Stabilität und Instabilität der Empires im langen 19. Jahrhundert, wie verschob sich diese Balance angesichts des neuartigen Modells des Nationalstaats, und wie reagierten die Empires und ihre multiethnischen Gesellschaften auf diese Konkurrenz? Untersucht werden dazu die Habsburgermonarchie, das Russische Reich, das Osmanische Reich sowie das Britische Empire im Blick auf drei zentrale Aspekte: das Spannungsverhältnis zwischen Multiethnizität und politischer Herrschaft, die Entwicklung imperialer Deutungskulturen am Beispiel von Monarchie und Religion, sowie die Kriegserfahrungen der Empires. Der systematische, nicht bloß additive Vergleich, den das Forschungsprojekt unternimmt, will daher dazu beitragen, Europa gerade nicht allein von seinen Nationalgeschichten und seinen Nationalstaaten her zu denken, sondern die multiethnischen Großreiche in ihrer ganzen Entwicklungsvielfalt als Teil der europäischen Geschichte zu begreifen und nach ihrem Ort in dieser Geschichte zu fragen.


    Empires – Chancen und Krisen multiethnischer Großreiche in Europa: Britisches Empire, Habsburg, Russisches und Osmanisches Reich im 19. und frühen 20. Jahrhundert (in Zusammenarbeit mit Ulrike von Hirschhausen, Universität Hamburg), finanziert seit 2006 von der Gerda Henkel Stiftung und der Fritz Thyssen Stiftung www.empirevergleich.de
     
  • Der überforderte Frieden. Eine Weltgeschichte 1918 bis 1923

    Wie kamen Menschen, Gesellschaften und Staaten 1918 aus dem Krieg? Was für Vorstellungen verbanden sie mit dem Frieden und dem Versprechen einer neuen Ordnung? Wie verändert sich unser Verständnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts, wenn wir jenseits nationalhistoriographischer Engführungen nach dem globalen Charakter des Nachkriegs, der Jahre zwischen 1918 und 1923, fragen? Der Erste Weltkrieg führte als totalisierter Krieg zu einer beispiellosen Dynamik von globalen Erwartungen, Hoffnungen und Projektionen, die sich auf den künftigen Frieden bezogen. Doch die vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson erhoffte Friedensordnung im Zeichen des nationalen Selbstbestimmungsrechts, der Demokratie und einer kollektiven Sicherheitsarchitektur erwies sich als brüchig. Weder wurde der Nationalstaat zum Akteur kollektiver Sicherheit, noch wurde die Internationale der Friedenswahrung eine Realität. Die geplante Monographie ist als globale Erfahrungsgeschichte angelegt, bewusst die Chancen von transnationalen Vergleichen, Transfer- und Verflechtungsanalysen nutzend. Die Friedenskonferenzen und Verträge werden dazu als Schnittpunkte politischer Kommunikation und damit auch symbolischer Inszenierung für ganz unterschiedliche Akteure verstanden: für Politiker und Militärs genauso wie für Völkerrechtler, Geographen, Ethnologen und Ökonomen. Nicht zuletzt bildeten Journalisten eine besonders wichtige Akteursgruppe, denn die Pariser Friedensverhandlungen stellten das bis dahin größte Medienereignis des 20. Jahrhundert dar. Der gewählte Untersuchungszeitraum von 1918 bis 1923 ist bewusst breiter gewählt als die klassische Rekonstruktion des Frühjahrs 1919 in Paris, um den Übergang vom Kriegsende in die Nachkriegsphase und dessen räumliche Auffächerung in den Blick zu nehmen. Zugleich ist der Fokus dieser Synthese enger als eine Geschichte der gesamten Zwischenkriegszeit mit ihren eigenen Problemen der Argumentation vom Ergebnis her. Die Offenheit der historischen Situation bei aller Belastung, die „vergangene Zukunft“ (Reinhart Koselleck) der Zeitgenossen, soll für die Nachkriegsphase erschlossen werden – auch um damit ein interpretatorisches Gegengewicht zur noch immer gängigen Interpretation von 1919 aus dem Blick von 1933, 1939 oder 1941, aus der Logik des Rückblicks also, zu entwickeln.
     

Publikationen

liberalismus

Liberalismus im 20. Jahrhundert, hg. von Jörn Leonhard und Anselm Doering-Manteuffel, Steiner-Verlag: Wiesbaden 2015.

vergleich und verflechtung

Vergleich und Verflechtung. Deutschland und Frankreich im 20. Jahrhundert, hg. von Jörn Leonhard (Studien des Frankreich-Zentrums der Universität Freiburg, Bd. 22), Erich Schmidt Verlag: Berlin 2015.

menschen im krieg 1914-1918 am oberrhein (2014).jpg

Menschen im Krieg 1914-1918 , Verlag W. Kohlhammer: Stuttgart 2014

9783406661914_large.jpg

Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs, Verlag C. H. Beck: München 2014.

Aktualisierte 5. Auflage im Handel erhältlich

comparingempires.jpeg Comparing Empires. Encounters and Transfers in the Nineteenth an Early Twentieth Century, ed. together with Ulrike von Hirschhausen, Schriften der FRIAS-School of History, Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen² 2012.
militär und medien Militär und Medien im 20. Jahrhundert (Themenheft der Militärgeschichtlichen Zeitschrift, Vol. 70/1), hg. von Ute Daniel und Jörn Leonhard und Martin Löffelholz, München 2011.
nobility.jpeg What makes the nobility noble? Comparative Perspectives from the Sixteenth to the Twentieth Century, hg. zusammen mit Christian Wieland, Schriften der FRIAS-School of History, Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 2011.
kolonialevergangenheiten.jpeg Koloniale Vergangenheiten – (post)imperiale Gegenwart, hg. zusammen mit Rolf Renner (Studien des Frankreich-Zentrums der Universität Freiburg, Bd. 19), Berliner Wissenschaftsverlag GmbH (BWV): Berlin 2010.
empires-nationalstaaten.jpg Empires und Nationalstaaten im 19. Jahrhundert, Vandenhoeck  & Ruprecht: Göttingen² 2010.
bellizismus.jpg Bellizismus und Nation. Kriegsdeutungen und Nationsbestimmung in Europa und den Vereinigten Staaten 1750-1914 (Studien zur Ideengeschichte der Neuzeit, hg. von Dietrich Beyrau, Anselm Doering-Manteuffel und Lutz Raphael, Bd. 25), Oldenbourg Verlag: München 2008.

Werner-Hahlweg-Preis (1. Preis), 2006

Preisträger im Wettbewerb "Historisches Buch des Jahres 2008" in der Kategorie Neuere Geschichte (HSOZKULT), 2009

Landesforschungspreis des Landes Baden-Württemberg 2010
leonhard - empires and the military.jpg Multi-Ethnic Empires and the Military: Conscription in Europe between Integration and Desintegration, 1860-1918 (Journal of Modern European History 5/2), hg. zusammen mit Ulrike von Hirschhausen, Verlag C.H. Beck: München 2007.
leonhard - ten years.jpg Ten Years of German Unification. Transfer, Transformation, Incorporation, hg. zusammen mit Lothar Funk, Birmingham University Press: Birmingham 2002.
leonhard - nationalismen in europa.jpg Nationalismen in Europa: West- und Osteuropa im Vergleich, hg. zusammen mit Ulrike v. Hirschhausen, Wallstein Verlag: Göttingen 2001.
leonhard-liberalismus.jpg Liberalismus - Zur historischen Semantik eines europäischen Deutungsmusters (Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London, hg. von Peter Wende, Bd. 50), Oldenbourg Verlag: München 2001.

Forschungspreis des Deutschen Historischen Instituts London, 1998

Wolf-Erich-Kellner Forschungspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung Bonn, 1999

 

Claudia Gatzka

 

 Forschungsinteressen

  • Kulturgeschichte der Politik im 20. Jahrhundert, insbesondere: Demokratie, politische Kommunikation, Parteien, Gender
  • Geschichte Italiens und Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert
  • Stadtgeschichte, raumgeschichtliche Ansätze
  • Alltagsgeschichte und praxeologische Ansätze
  • Migrationsgeschichte und Geschichte des Reisens
  • Geschichte kultureller Begegnungen zwischen Europa und dem Nahen Osten im 19. Jahrhundert, Geschichte des "Orientalismus"
  • Geschichte der Archäologie

 

Laufende Forschungsprojekte

  • Europas historische Spurensuche im Orient. Archäologische Grabungen und europäische Öffentlichkeit, ca. 1840-1914 (Post-Doc-Projekt)
  • Demokratie deuten. Stadtgesellschaft und politische Kommunikation in Italien und der Bundesrepublik, 1945-1976 (Publikation der Dissertation, geplant für 2017)

 

Neueste Publikationen

  • Die Nachkriegsstadt als Ort politischer Kommunikation. Überlegungen am Beispiel Westdeutschlands und Italiens 1945-1968, erscheint in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte 2/2016.
  • Das "Volk" auf postfaschistischen Straßen. Zum Fortleben eines Kulturmusters in Italien und der Bundesrepublik, 1945-1968, in: Andreas Schulz/ Marie-Luise Recker (Hg.), Parlamentskritik und Antiparlamentarismus in Europa, erscheint Düsseldorf: Droste, vorauss. 2016.
  • „Demokratisierung“ in Italien und der Bundesrepublik. Historiographische Narrative und lokale Erkundungen, in: Sonja Levsen/ Cornelius Torp (Hg.), Wo liegt die Bundesrepublik? Vergleichende Perspektiven auf die westdeutsche Geschichte, 1945-1989, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2016, 145-165.

 

Dr. Theo Jung

 

Forschungsinteressen

  • Ideen- und Intellektuellengeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts
  • Vergleichende europäische Sprach- und Kommunikationsgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts
  • Geschichte der Kulturkritik
  • Vergleichende westeuropäische Geschichte
  • Historische Semantik und Diskursanalyse
  • Medien- und Kommunikationsgeschichte
  • Methoden und Philosophie der Geisteswissenschaften

 

Laufende Forschungsprojekte

  • Habilitationsprojekt: "An den Grenzen der Sprache: Eine vergleichende Geschichte des Schweigens im langen‘ 19. Jahrhundert."

 

Publikationen

verfall Zeichen des Verfalls: Semantische Studien zur Entstehung der Kulturkritik im 18. und frühen 19. Jahrhundert (Historische Semantik 18), Göttingen 2012.

 

Dr. Sonja Levsen

 

 Forschungsinteressen

  • Vergleichende Geschichte Westeuropas im 19. und 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf Deutschland, Frankreich und Großbritannien
  • Kultur-, mentalitäts-, geschlechter- und sozialgeschichtliche Ansätze
  • Geschichte der Männlichkeit; Studentengeschichte; vergleichende Analyse der Folgen des Ersten Weltkrieges in erfahrungsgeschichtlicher Perspektive; Kriegsfreiwilligkeit in der Moderne; Geschichte der Jugend und Erziehung nach 1945.

 
Laufende Forschungsprojekte

  • Habilitationsprojekt: Autorität und Demokratie. - Debatten über die Erziehung der Jugend in Deutschland und Frankreich, ca. 1945-1970.
  • Buchprojekt: Krieg und Spiel. Geschichte einer Beziehung seit dem 19. Jahrhundert.

 

Publikationen

war volunteers War Volunteering in Modern Times. From the French Revolution to the Second World War, hg. zusammen mit Christine G. Krüger, Basingstoke 2011.
levsen-elite.jpg Elite, Männlichkeit und Krieg, Tübinger und Cambridger Studenten 1900-1929

(Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Bd. 170), Göttingen 2006.


 

Dr. Friedemann Pestel

 

Forschungsinteressen

  • Europäische und koloniale Geschichte um 1800
  • Französische und Haitianische Revolution
  • Geschichte des klassischen Musiklebens im 19. und 20. Jahrhundert
  • Politische Migration und Revolutionsgegnerschaft
  • Transnationale Geschichte, Kulturtransfer und Verflechtungsgeschichte
  • Memory Studies

 

Laufende Forschungsprojekte

  • Habilitationsprojekt: Geteilte Musik. Die Internationalisierung des klassischen Musikbetriebs im 20. Jahrhundert.

 

Publikationen

kosmopoliten Kosmopoliten wider Willen. Die monarchiens als Revolutionsemigranten (Pariser Historische Studien 104), Berlin/Boston 2015.
umschlag_14856.jpg Weimar als Exil. Erfahrungsräume französischer Revolutionsemigranten 1792-1803 (Transfer. Deutsch-Französische Kulturbibliothek 28), Leipzig 2009.

 

Dr. Christina Schröer

 

Forschungsinteressen

  • Vergleichende europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (Schwerpunkt: Deutschland und Frankreich)
  • Geschichte der Französischen Revolution
  • Religions- und Säkularisierungsgeschichte
  • Politische Kulturgeschichte, Historische Bildforschung
  • Geschichtskultur und Geschichtspolitik

 

Laufende Forschungsprojekte

  • Habilitationsprojekt: Sakralisierte Politik im beginnenden Massenzeitalter. Deutschland und Frankreich im Vergleich (1870er - 1920er Jahre).
  • Buchprojekt: Geschichte im Museum. Konzepte und Diskussionen in vergleichender Perspektive, Deutschland und Frankreich seit Ende der 70er Jahre.
  • Exzellenzcluster Religion und Politik 212: Politische Religion. Utopie und Gewalt im 19. und 20. Jahrhundert. (Kooperation als Assoziierte/Ehemalige im Projekt B 6)

 

Publikationen

republik.jpg Republik im Experiment. Symbolische Politik im revolutionären Frankreich (1792-1799), Köln/Weimar/Wien 2014.
verlust.jpg Herrschaftsverfall und Machtverlust (gemeinsam mit Peter Hoeres und Armin Owzar), München 2013.
schröer1 Représentation et pouvoir. La politique symbolique en France (1789-1830), hg. gemeinsam mit Natalie Scholz, Rennes 2007.

 

Abgeschlossenene Dissertationen/Forschungsarbeiten


 

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